Landeskundepreis für Kreisheimatpfleger Reinhold Albert

Landeskundepreis für Kreisheimatpfleger Reinhold Albert

Sternberg (hf). Zum zweiten Mal ging der vom Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege ausgelobte „Landeskundepreis“ in den Landkreis Rhön-Grabfeld. 2015 wurde das Biosphärenreservats Rhön in Oberelsbach, dass sich besonders um die Erforschung und Entwicklung der Kulturlandschaft Rhön verdient gemacht hat ausgezeichnet. In diesem Jahr ging es um die historische und landeskundliche Erforschung des Grabfeldes, sowie des bayerischen Rhönvorlandes,“ sagte Laudator Professor Thomas Gunzelmann. Dazu habe man in Kreisheimat- und Archivpfleger den richtigen Preisträger gefunden. Das unterstrich auch Landrat Thomas Habermann, der auf die zahlreichen heimatkundliche Schriften Aufsätze und nicht zuletzt das Heimatjahrbuch des Landkreises Rhön-Grabfeld verwies.

Hier sei Reinhold Albert sei Jahren Schriftleiter und habe es immer wieder verstanden ein Buch zu erstellen, dass umfassende und interessante Einblicke in die Geschichte von einst und heute im Landkreis Rhön-Grabfeld widerspiegelt. Von daher freue sich auch der Landkreis über diese besondere Auszeichnung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Von Professor Gunzelmann erfuhren die Gäste, dass der Landesverein über mehrere Arbeitskreise verfügt. Unter anderem für Rechtsfragen oder für Baukultur, Denkmalpflege oder auch Landespflege, in denen Experten aktuelle Fragen diskutieren und den Landesverein in seiner Arbeit beraten.
Der jüngste dieser Arbeitskreise befasst sich mit Landeskunde und Kulturlandschaft. Seit 2005 vergibt die Gesellschaft für Bayerische Landeskunde den immerhin mit 3000 Euro dotierten Landeskundepreis an Personen, die sich um die Erforschung und Vermittlung landeskundlicher Themen verdient gemacht haben.

Vor allem wenn dies auf die Erkenntnis und die Erhaltung desnatürlichen und kulturellen Erbes zielte. Für Reinhold Albert sei es nicht die erste öffentliche Ehrung. Alle heimatpflegerisch orientierten Vereine des nördlichen Unterfrankens haben ihn, wie auch der bayerische Ministerpräsident für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten ausgezeichnet. „In dieser Hinsicht hat Reinhold Albert fast Übermenschliches geleistet, wobei ihm seine Frau Marianne zur Seite steht. An die 700 Publikationen ausgespuckt hat der Preisträger als Hauptautor zu verantworten. Kurz skizzierte der Laudator die Person Reinhold Albert, der im Grabfeld aufgewachsen ist, als Grenzpolizist an der innerdeutschen Grenze war.

Mit 15Jahren begann er schon, alles was er an Informationen zu seiner Heimat fand, systematisch zu sammeln. Diese zeige auch sein Buch über seine Kindheits- und Jugenderinnerungen. Prägend sei für ihn die DDR-Grenze gewesen, nicht weit von seinem Heimatort entfernt. 1981 veröffentlichte er in den „Heimatblätter Rhön-Grabfeld“ einen Beitrag zum Sternberger Schloss. Später wurden die Jahre der Grenzöffnung zu einem Wendepunkt. „Für ihn, dessen Interesse auch schon zuvor der Landschaft und den Menschen hinter dem Grenzzaun gegolten hatte, wuchs nun wirklich zusammen, was zusammengehörte.“ Thomas Gunzelmann erinnerte an Chroniken des Grabfeld und der Thüringer Ortschaften, aber auch seine Forschungen zum Thema „Juden im Rhön und Grabfeld“ sowie sein Buch über Brauchtum. Der Professor lobte die Hilfsbereitschaft und: „Er bleibt nicht auf seinen Kenntnissen und seinem Erfahrungsschatz wie die Gluckhenne auf ihren Küken sitzen, sondern teilt bereitwillig sein Wissen.“ Hierzu erwähnte er Alberts Bescheidenheit, nennt aber auch seine Hartnäckigkeit, wenn es um Denkmäler seiner Heimat geht.

Der Preisträger selbst dankte für die hohe Auszeichnung und sagte, dass er das Preisgeld für sein neues Buch über Sagen im Landkreis Rhön-Grabfeld verwenden werde. Mittlerweile habe er mehr als eintausend Sagen und Legenden aus dem Grabfeld und der Rhön gesammelt. So dass man auf das neueste Werk gespannt sein darf.

Mit dem vom Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege ausgelobte „Landeskundepreis wurde in Rügheim bei einer Feierstunde Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert ausgezeichnet. Dazu beglückwünschten ihn und seine Frau Marianne (links) Andreas Büttner vom Landesamt für Denkmalpflege, Professor Thomas Gunzelmann, Vorsitzender im Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, sowie rechts Rhön-Grabfeld Landrat Thomas Habermann. Foto: Hanns Friedrich