Zwei bedeutende Denkmäler in letzter Minute gerettet

Zwei bedeutende Denkmäler in letzter Minute gerettet

Bad Königshofen (RA) Der Grabfeldtreffpunkt im Museum Schranne in Bad Königshofen hat nun zwei besondere Exponate aus der Geschichte des Grabfeldes. Zum einen den um 1743 von Karl Albert aus Gabolshausen geschaffenen schönste Rokokobildstock Unterfrankens. Er stand viele Jahre im Diözesanmuseum Astheim. Eine Kopie ist am Originalstandort in Gabolshausen. Zum anderen ist es der am ehemaligen Bildhäuser Kastenhof in Bad Königshofen befindliche älteste Wappenstein der Stadt des Abtes Valentin Reinhard von 1573. Dabei handelt es sich um die älteste erhaltene Form eines Bildhäuser Abtwappens (wir berichteten). Das sagte Kreisheimatpfleger Reinhold Albert bei der Vorstellung im Museum Schranne.

Er hatte ein Versprechen eingelöst, das er vor vielen Jahren seinem Vorgänger im Amt, Otto Schulz, gegeben hatte. Das Wappen am Gasthaus Bayerischer Hof, war nämlich das Geburtshaus seiner Frau Anna. Bei der Feierstunde im Museum Schranne begrüßte 3. Bürgermeister Roland Köth die Gäste und sagte dem Verein für Heimatgeschichte ein Dankeschön. Dieser setze sich seit Jahren für die Erhaltung von Kultur und Brauchtum im Grabfeld ebenso ein wie für die Geschichte der Heimat. Bestes Beispiel seien beide Exponate, die hier im Museum einen passenden Platz gefunden haben.

Das unterstrich auch Kreiskulturreferent Hanns Friedrich, Vorsitzender im Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld. Gerade der „Treffpunkt Grabfeld“ biete den richtigen Platz und beide Denkmale könnten so für die Nachwelt erhalten werden und sind vor allem geschützt. Gäste und Einheimische würden damit einen neuen Anreiz zum Besuch des Museums bekommen. Bedauerlich sei, das Desinteresse der Verantwortlichen in Maria Bildhausen. Leider seien sie der Einladung nicht gefolgt. Lediglich der geistliche Direktor Martin Riß habe sich gemeldet, sagte aber, dass er wohl nicht dabei sein könne, da er von Ursberg anreisen würde. Ein besonderer Dank galt Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert, der 30 Jahre lang nicht nachgelassen habe auf den Bildstock und dessen Sicherung zu verweisen. Viele Unterstützer, darunter Kulturdirektor Klaus Reder, das Landesamt für Denkmalpflege, der Landkreis Rhön-Grabfeld und die Stadt Bad Königshofen, sowie Sponsoren hätten die Restaurierung des Bildhäuser Wappens erst ermöglicht. Immerhin musste der Verein knapp 9.000 Euro „stemmen.“

Besonderer Dank galt Achim Siebenschuck aus Höchheim der dem Verein das Wappen kostenfrei überließ. Er ist Eigentümer des ehemaligen Gasthofs Bayerischer Hof. Hanns Friedrich sagte zum „Gabolshäuser Bildstock“, dass hier ein besonderer Dank für den Transport von Astheim nach Bad Königshofen und das Aufstellen Diözesankonservator Dr. Wolfgang Schneider und Christoph Deuter von der Abteilung Kunst der Diözese Würzburg gelte. Stellvertretender Landrat Josef Demar sprach von zwei herausragenden Zeugnissen der regionalen Geschichte. Besonders der Bildhäuser Wappenstein sei ein Kleinod. Dass es nicht so einfach war, das Wappen wieder zu sichern, sagte Restaurator Pedro Schiller aus Königsberg. Er habe es mit sehr viel Sorgfalt bearbeitet und freue sich, dass es nun nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt ist und in der Schranne einen guten Platz gefunden hat.

Gerne habe sich der Bezirk Unterfranken mit einer finanziellen Unterstützung beteiligt, sagte Bezirksheimatpfleger Professor Klaus Reder. Schließlich galt es mit dem Bildhäuser Wappen ein geschichtsträchtiges Denkmal vor dem Verfall zu retten. Dank galt dem Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld, der in diesem Jahr eine besondere Auszeichnung durch den Bezirk Unterfranken erhält. Eine Überraschung für den Geschichtsverein, weshalb sich Vorsitzender Hanns Friedrich bei Kulturdirektor Klaus Reder bedankte. Er sei immer ein wichtiger Ansprechpartner gewesen, wenn es um finanzielle Unterstützung ging, dies auch bei Projekte seiner Heimat, dem Grabfeld.

Das Abtwappen von 1573 in Bad Königshofen erinnert an den aus Mellrichstadt gebürtigen Abt Valentin Reinhard. Ebenfalls im Museum ist nun der Originalbildstock von Gabolshausen, der über viele Jahre im Diözesanmuseum Astheim ausgestellt war. Foto: Hanns Friedrich

Darüber, dass die bedeutenden Kunstdenkmäler eine neue Heimat im Grabfeld-Treffpunkt in der Darre gefunden haben, freuten sich von links Kreiskulturreferent und Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld Hanns Friedrich, die Geschäftsstellenleiterin der VG Bad Königshofen Lina Gräf, Bad Königshofens 3. Bürgermeister Dr. Roland Köth, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder, Herbstadts Bürgermeister Georg Rath, Kreisheimat- und Kreisarchivpfleger Reinhold Albert, Vereinskassierer Mathias Gerstner, stellvertretender Landrat Josef Demar und Steinrestaurator Petro Schiller aus Königsberg. Foto: Marianne Albert